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Es ist nicht alles Gold was glänzt

Es ist mir ein Anliegen ein wenig über Gold zu palavern. Gerade zur Weihnachtszeit wird gerne Goldschmuck als Beweis der Liebe geschenkt. Doch sollte man sich, (wie über jedes Konsumgut) Gedanken machen wo kommt das Gold her, und was für ein Rattenschwanz an Leid und Zerstörung wohlmöglich hinterher gezogen wird. Sieh dir mal deinen goldenen Ehering an, die kleinen Ohrstecker, das goldene Kettchen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass dafür Menschen ermordet wurden.

Etwa 166.000 Tonnen Gold haben die Menschen seit Anbeginn der Zeit aus dem Boden geholt. Zehn Prozent davon sind wieder verloren gegangen. Der Rest davon war einmal Münze, mal Barren, mal Schmuck, weil sich das Edelmetall wieder und wieder recyclen lässt. Daher ist es möglich, das ein Ehering auch Zahngold der in Konzentrationslagern ermordeten Juden enthält. Es könnte sich auch um Gold der Azteken, Inkas, oder Mayas handeln, das ihnen von den spanischen Konquistadoren gestohlen und nach Europa gebracht wurde. Doch Blut klebt nicht nur am Gold der düsteren Zeit des Dritten Reiches, aus dem Mittelalter oder dem alten Ägypten.

Den Tod bringt das Edelmetall bis heute auch im Kongo, wo Milizen mit dem Erlös aus dem Goldhandel und -schmuggel ihre Kriege finanzieren. Weil die Probleme dort überhand nahmen und große Juweliere wie Tiffany in den USA Ärger mit kritischen Verbrauchern bekamen, haben sich inzwischen 450 Firmen zum "Responsible Jewellery Council" zusammengeschlossen. Es soll dafür sorgen, dass kein Gold aus solchen Konfliktgebieten auf den Markt kommt, kann aber kaum verhindern, dass sich die Minenarbeiter zu Tode schuften müssen, selbst kleine Kinder.

 Kinderarbeiter (Foto:@Inernational Labour Organization/Gianotti E.)




"Rettet den Regenwald" berichtet, dass allein in Peru über 50.000 Kinder in Goldminen arbeiten. Viele seien gerade mal 6 Jahre alt. "Die giftigen Dämpfe die sie einatmen, schädigen ihre Organe bis zur geistigen Behinderung", schreibt die Organisation in ihrem Bericht Gold-Fakten über die Goldförderung und die Auswirkungen auf die Umwelt. Zudem dient das Edelmetall dazu, Drogengelder zu waschen. Denn in vielen Ländern fragt den Käufer niemand nach der Herkunkt des Geldes, besonders wenn er mehr als den Weltmarktpreis für das Gold bezahlt.

Zum menschlichen Leid kommt die Verwüstung der Umwelt durch die Jagd nach Gold. Auch die ist immens. 70% des Goldes wird im Tagbau gefördert. Das hinterlässt gewaltige Löcher. Wie groß sie wirklich sind, kann man sich besser vorstellen, wenn man weiß dass eine Tone Erz gerade mal 1-5 Gramm Gold enthält. Zudem fallen pro Tonne Erz zwei Tonnen Abraum an. 

"Sind die Goldkonzerne mit einem Gebiet fertig, gleicht es einer Mondlandschaft. Es ist auf Jahrtausende unbewohnbar und es kommt vor, dass dort wo vorher 4000 Meter hohe Berge standen, 800 Meter tiefe, mit Giftbrühe gefüllte Krater zurückbleiben"

Denn um an das Edelmetall heranzukommen, wird das Gestein in den Minen in Australien, Russland, China oder Südafrika gemahlen und dann mit Zyanid besprüht, wobei tödliche Blausäure frei wird. Für jedes Kilo Gold werden mehr als 140, teilweise sogar 1000 Kilo des hochgiftigen Stoffes benötigt. Das meiste wird zwar wieder verwendet, doch zurück bleiben Abraumhalden, giftige Stäube und Schlammseen, in denen sich die Mischung aus Zyanidresten, Schwermetallen und anderen Giftstoffen absetzt.

Immer wieder brechen die Dämme solcher Seen, wie im Jahr 2000 nahe der rumänischen Stadt Baia Mare. Mindestens 100.000 Kubikmeter mit 100 Tonnen Zyanid- genug um Millionen von Menschen zu töten- ergossen sich in Bäche und Flüsse und erreichten Wochen später das Donaudelta, vielerorts wurde das Trinkwasser vergiftet, mehr als 1400 Tonnen Fische starben!!

25% des geförderten Primärgolds stammen von Kleinschürfern, deren Zahl auf ca. 20 Millionen gestiegen ist. Alleine in der peruanischen Region Madre de Dios entstehen jedes Jahr 6000 Hektar illegale Minen. Nach getaner Arbeit lassen die Kleinschürfer unwirtliche Schlammwüsten zurück, wo vorher intakter Urwald war.  (Quelle Ökotest RICHTIG GUT LEBEN Nr.12 Dezember 2013)


Es gibt Ihn aber den fast sauberen Goldschmuck!
Bezugsquellen dafür finden sie auf www.oekotest.de










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